Datenschutz macht Spaß!

Es geht uns alle an und bringt nicht nur die Autobranche in eine unsichere Vorstimmung. Wenn die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai zum Gesetz wird, wird sich einiges ändern. Egal, wo ich bin und mit wem ich darüber spreche – alle sind genervt und verärgert über die DSGVO. Aber warum eigentlich?

Wenn ich online einkaufe und der Anbieter weiß nicht nur, wo ich mich gerade befinde, sondern meine Position auch noch ständig abspeichert, dann gibt mir das schon ein mulmiges Gefühl. Schlimmer noch: Er speichert einfach alles ab, was er von mir erhält und gibt die Daten dann auch noch an Dienstleister zur Weiterverarbeitung weiter. Und die? Geben diese wieder weiter. Der Anbieter weiß selbst nicht mehr, an wen er meine Daten gibt, und ich als Verbraucher erst recht nicht. In zahlreichen Datenbanken weltweit sind alle meine digitalen Spuren gespeichert. Und wie wir wissen: „Das Internet vergisst nie:“ Bedenklich ist vor allem: Es wird alles gespeichert, weil in diesem riesigen Datenmüll etwas vorhanden sein könnte, was es einem Unternehmen ermöglicht, mir noch mehr Werbung zu präsentieren.

Es gibt kaum jemanden, dem das egal ist – und doch regen wir uns auf, wenn wir als Unternehmen nun auf einmal den Kunden davor schützen sollen. Dabei kann genau das zu unserem Vorteil werden. Gerade die Kfz-Branche hat im Analogen ihre Stärke. Jeder Kunde kommt hin und wieder persönlich ins Autohaus. Die perfekte Gelegenheit, ihm ein gutes Gefühl zu geben, indem ihm der sichere Umgang mit seinen Daten erläutert wird. Firmen sind bald verpflichtet, dem Kunden zu verdeutlichen, wofür welche Daten gespeichert werden. Mein Rat: Tun Sie dies mit einer positiven Einstellung. Es geht nicht darum, etwas nicht zu tun, weil man es nicht darf. Man kann auch etwas nicht tun, weil man davon überzeugt ist, dass es das Richtige ist.

„Datenschutz per Design“

Ein wichtiger Aspekt ist die Weitergabe an die Dienstleister. Zunächst darf nur das weitergegeben werden, was auch erforderlich ist. Es muss immer die Möglichkeit geben, Daten auf Anfrage zu löschen. Dafür muss eine Firma aber erst einmal wissen, wem man welche Daten gegeben hat. In unserer Agentur hat dies zu einem Umdenken geführt. Wir bemühen uns, „Datenschutz per Design“ in die Entwicklung einzubeziehen. Es bedarf etwas Disziplin und fällt zuerst etwas schwer. Mit der Zeit aber gewöhnt man sich daran und einige Entwicklungen werden von Anfang an unter Berücksichtigung des Datenschutzes entwickelt.

Ein Beispiel: Die Chat-Funktion ist essentiell für eine App. Wir speichern die komplette Chat-Historie und nebenbei auch die IP-Adresse des Kunden. Schon praktisch, wenn man weiß, wo sich der Kunde gerade befindet – und auch die Marketingverantwortlichen im Autohaus finden das spannend. Damit ist jetzt Schluss. Wir benötigen die IP-Adresse und die Position des Kunden nicht, um ihm ein gutes Chaterlebnis zu liefern. Und müssen wir die Chatnachricht permanent speichern? Eigentlich nicht. Nach einer gewissen Zeit reicht es, wenn die Nachricht auf dem Smartphone des Kunden gespeichert ist und wir die Historie von unseren Servern löschen. Das Positive für uns ist: deutlich weniger Datenmüll und somit kleinere und schnellere Datenbanken.

Aber wir sind nicht allein, wenn es darum geht, die Weichen richtig zu stellen und dem Thema mit Zuversicht und Optimismus zu begegnen. Ich durfte erfahren, wie informativ und positiv eine Zusammenarbeit mit einem Datenschutzbeauftragten sein kann. Es muss nicht ausschließlich nur nach Fehlern gesucht werden. Es bedarf einfach an Aufklärungsarbeit und guter Struktur, um für den Mai vorbereitet zu sein. Richtig spannend wird es bei den „Connected Car„-Daten. Ich hoffe, die Hersteller erkennen hier, wie wertvoll der analoge Kontakt der Händler zu den Kunden ist. Die Gewinnung des Endkunden zur Nutzung der Vernetzungsfunktionen inklusive der Überzeugung und der Aufklärung zur Akzeptanz der Datenschutzerklärung ist essentiell. Wenn Handel und Hersteller zusammen das Thema über das Autohaus spielen, werden alle profitieren – und wir werden beim Monat Mai an sonnige Tage denken und nicht über einen schattigen Datenschutz.

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